Drei Marktbewegungen, die jeden Fuhrpark 2026 betreffen
Die Axis Intermodal Deutschland GmbH wertet die Bewegungsdaten von rund 16.500 Wechselkoffern in ihrer Vermietflotte in Europa aus. Aus der ersten Ausgabe ihres Marktbriefings Axis Insights ergeben sich drei Beobachtungen, die für jeden Fuhrparkbetreiber im Kombinierten Verkehr unmittelbar relevant sind.
Quelle: Axis Intermodal Deutschland GmbH, Marktbriefing „Axis Insights" Ausgabe #1 — mit Genehmigung der SOLVIUM HOLDING AG (Muttergesellschaft).
KEP-Markt wächst — aber nicht mehr linear
Die deutsche KEP-Branche hat 2024 erneut über vier Milliarden Sendungen abgewickelt. Auffälliger als die Gesamtmenge ist die saisonale Spreizung: Spitzenlast und Grundlast driften weiter auseinander.
- KEP-Sendungen 2024
- > 4Mrd.▲
- Spread Spitze/Grund
- 20–35%▲
- Überkapazität (Eigenflotte)
- 8–9Monate▼
Wer Spitzenlast vollständig mit Eigenbestand abdeckt, fährt nach Beobachtung der Axis Intermodal Deutschland GmbH den Großteil des Jahres mit Überkapazität — typisch acht bis neun Monate. Die wirtschaftlich relevante Frage verschiebt sich daher von der reinen Bestandsgröße hin zum Verhältnis aus Grundlast und flexibler Zumietung.
Quelle: BIEK-Studie 2024 (Sendungsmenge); Axis Insights #1 (Spread und Auslastungs-Beobachtung)
Kombinierter Verkehr kippt schneller als geplant
Die LKW-Maut wurde im Dezember 2023 um eine CO₂-Komponente erweitert. Für Euro-6-Fahrzeuge ergeben sich je nach Achszahl deutlich höhere Mautsätze, parallel läuft die KV-Förderung des Bundes weiter.
- Mautanstieg (Euro 6)
- + bis 83%▲
- Wirtschaftl. ab
- > 300km▲
- Voraussetzung
- kranbarKV-zugel.—
Auf Relationen jenseits von 300 km verschiebt sich die Wirtschaftlichkeitsschwelle aktuell zugunsten der Schiene — Voraussetzung sind kranbare, KV-zugelassene Wechselkoffer im Bestand. Wer diese Bauform nicht in der Flotte hat, kann den entstehenden Margenhebel nicht abrufen.
Quelle: Bundesfernstraßenmautgesetz 2023; Axis Insights #1
Telematik wird Mindestanforderung — nicht mehr Premium
Solargestützte GPS-Module sind in den Mietflotten der größeren Vermieter inzwischen Standard. Drei Treiber: Versicherer fordern Ortungsnachweise, Verlader verlangen Track & Trace auf Behälterebene, Disponenten erschließen messbare Effizienzgewinne.
- GPS-Quote (Mietflotte)
- > 50%▲
- Reduktion Leerstand
- 5–12%▼
- Energiequelle
- solar—
In der Vermietflotte der Axis Intermodal Deutschland GmbH ist mehr als die Hälfte aller Einheiten mit solargestützten GPS-Modulen ausgerüstet. Nach Beobachtung des Operateurs lassen sich Leerstandszeiten dadurch um fünf bis zwölf Prozent reduzieren — ein Hebel, der bei Neuanschaffung 2026 standardmäßig eingerechnet werden sollte.
Quelle: Axis Insights #1 (GPS-Quote, Effekt auf Leerstand)
„Wer 2026 in Eigenbestand investiert, sollte GPS nicht als Option, sondern als Pflicht kalkulieren."
Worauf wir in den nächsten Briefings schauen
- Ausgabe #2: Total Cost of Ownership eines Wechselkoffers über acht Jahre — Anschaffung, UVV, Reparatur, Restwert.
- Ausgabe #3: Fünf wiederkehrende Fehler im Wechselkoffer-Fuhrparkmanagement.
- Ausgabe #4: UVV, Reparatur, Restwert — das oft unterschätzte Risiko der Eigenflotte.
Themenwünsche zum Briefing? Direktkontakt zur Redaktion: kontakt@intermodal-europe.de — fachlich verantwortlich für die kuratierten Inhalte: Verlag Dorfstrasse, Stefan Muhlack.